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In der Textstelle, der diese Worte entnommen sind, betont der heilige Paulus beharrlich die große Wahrheit, die sie kundtun: dass nämlich Christen nicht sich selbst gehören, sondern um einen Preis erkauft und folglich Diener oder vielmehr Sklaven Gottes und seiner Gerechtigkeit geworden sind, und dies, nachdem sie aus dem naturgegebenen Zustand entrissen wurden. Der große Apostel gibt sich nicht damit zufrieden, die halbe Wahrheit auszusprechen; er sagt nicht nur, dass wir von Schuld und Elend befreit sind, sondern fügt hinzu, dass wir die Diener Christi geworden sind; ja er gebraucht sogar ein Wort, dass eigentlich Sklaven bedeutet. Sklaven werden gekauft und verkauft; von Natur aus waren wir Sklaven der Sünde und des Satans; wir sind durch das Blut Christi erkauft, doch gleichwohl weiterhin Sklaven. Allerdings gehören wir nicht mehr unserem alten Herrn, doch haben wir einen Herrn, es sei denn, Sklaven werden durch Kauf Freie. Wir sind nach wie vor Sklaven, aber die eines neuen Herrn, und dieser Herr ist Christus. Er hat uns nicht erkauft und anschließend in die Welt entlassen, sondern er hat für uns getan, was allein seine erste Wohltat vollenden konnte: uns erkauft, um seine Diener oder Sklaven zu sein. Er hat uns jene einzige Freiheit gegeben, die wahrlich Freiheit ist: seine Leibeigenen zu sein, damit wir, sofern uns selbst überlassen, nicht wieder – was wir sicher tun würden – zurückfallen in die grausame Leibeigenschaft, aus der er uns erlöst hat. Gleichwohl, welche Folgen dies mit sich bringen mag, welchen Nutzen oder welches Leid, wir haben nach der Befreiung aus der Hand Satans nicht aufgehört Sklaven zu sein, sondern wurden Untertanen eines neuen Herrn, Untertanen dessen, der uns erkauft hat.

 

Dies muss klargestellt werden, denn viele Menschen, die bereit sind, einzugestehen, dass sie von Natur aus Sklaven sind, gelangen aus dem einen oder anderen Grunde zu der Ansicht, dass sie überhaupt keiner echten Dienstbarkeit unterliegen, nachdem Christus sie befreit hat. Wenn nun mit dem Wort Sklaverei ein grausamer und elender Zustand des Leidens gemeint ist, wie ihn menschliche Herren ihren Sklaven oft auferlegen, dann sind Christen in diesem Sinn allerdings keine Sklaven, und es ist unangebracht, dieses Wort auf sie anzuwenden; wenn aber mit dem Sklavensein gemeint ist, dass wir unsere Dienstbarkeit nicht einfach abwerfen, nicht einfach weglaufen und tun können, was uns beliebt, dann ist im Sinne des Wortes buchstäblich wahr, dass wir mehr als Christi Diener sind, sondern – wie der Text es wörtlich besagt – Sklaven. Die Leute reden oft so, als liege die Vollkommenheit menschlichen Glücks in unserem Freisein etwas zu tun oder lassen zu können, es zu erwählen oder von uns zu weisen. Diese Freiheit haben wir insofern in der Tat – wenn wir nicht die Diener Christi sein wollen, können wir uns in die alte Leibeigenschaft zurückbegeben, aus der er uns errettet hat, und erneut Sklaven der Mächte des Bösen sein. Aber obwohl es uns frei steht, unsere Lage zu verschlimmern, sind wir nicht frei, ohne jegliche Dienstbarkeit oder Anstellung zu sein. Es liegt nicht in der Natur des Menschen, außerhalb jedes Dienstes zu stehen und gänzlich unabhängig zu sein. Wir können unseren Herrn wählen, müssen aber Gott dienen oder dem Mammon. Es ist uns nicht möglich, einen neutralen oder mittleren Zustand einzunehmen. Einen solchen Zustand gibt es nicht. Wenn wir nicht die Diener Christi sein wollen, dann sind wir unvermittelt die des Satans; Christus hat uns jedoch nur vom Satan befreit, um uns zu seinen Dienern zu machen. Das Reich des Satans grenzt an das Reich Christi und die Welt an die Kirche; wir hören auf, Satans Eigentum zu sein, wenn wir Christi Eigentum werden. Wir können nicht ohne einen Herren sein, so will es das Naturgesetz; manche Menschen übersehen dies jedoch, wie ich schon gesagt habe, und meinen, ihre christliche Freiheit liege darin, von jedem Gesetz frei zu sein, selbst vom Gesetz Gottes. Solch ein Irrtum scheint schon zu Lebzeiten des heiligen Paulus obsiegt zu haben und wird in dem vor uns liegenden Kapitel erwähnt. Die Menschen scheinen gedacht zu haben, dass, seit das Gesetz der Sünde aufgehoben und die Schrecken des Naturgesetzes beseitigt wurden, sie somit überhaupt keinem Gesetz unterstanden; dass ihr eigener Wille ihr Gesetz und der Glaube an die Stelle des Gehorsams getreten sei. Der heilige Paulus erinnert seine Brüder in seinem Brief daran, dass, als sie „von der Sünde befreit“, sie „Diener der Gerechtigkeit“ wurden. Und erneut, „die Sünde soll nicht über euch herrschen; denn ihr steht nicht unter dem Gesetz“, d.h. dem Naturgesetz, „sondern unter der Gnade“ oder (wie er es an anderer Stelle sagt) „dem Gesetz des Glaubens“ oder „dem Gesetz des Geistes des Lebens“. Sie waren nicht ohne einen Herrn, doch ihr Herr war gnädig und gütig.

 

In anderen Briefen sagt er dasselbe, zum Beispiel: „Wer als Freier (d.h. frei in Bezug auf diese Welt) berufen wurde, ist ein Diener (oder Sklave) Christi. Um einen Preis seid ihr erkauft: werdet nicht Sklaven von Menschen,“ was aber bedeutet, werdet Sklaven Christi. Und weiter, nachdem er gesagt hat „Ihr Sklaven, gehorcht in allem euren irdischen Herren“, fügt er hinzu „denn der Herr, dessen Sklaven ihr seid, ist Christus“. An anderer Stelle spricht er von sich als „Paulus, Knecht Christi Jesu“; und wiederum als „nicht gesetzlos vor Gott, sondern unter dem Gesetz Christi“ (1 Kor 7, 22-23; Kol 3, 22-24; Röm 1, 1; 1 Kor 9, 21).

 

Religion ist also ein notwendiger Dienst; natürlich ist sie auch ein Vorrecht und wird zunehmend ein solches, je mehr wir uns darin üben. Der vollkommene Zustand als Christ ist der, in dem unsere Pflichten und Freuden ein und dasselbe sind; wenn das, was recht und wahr ist, uns natürlich erscheint und in dem der (Gottes-)„Dienst die vollkommene Freiheit ist“. Dies ist der Zustand, nach dem alle wahren Christen streben; der Zustand, in dem die Engel stehen; die völlige Unterwerfung unter Gott in Gedanken und Tun ist ihr Glück; eine totale und absolute Gefangenschaft ihres Willens unter seinem ist ihre Fülle der Freude und des immer währenden Lebens. Es verhält sich jedoch nicht so bei den Besten von uns, allenfalls teilweise. Wohl ist nach unserer Neugeburt eine Saat der Wahrheit und Heiligkeit in uns gelegt, ein neues Gesetz in unsere Natur eingeführt, doch nach wie vor müssen wir jene alte Macht bändigen, „den alten Menschen, der durch seine trügerischen Gelüste verderbt ist“ (Eph 4, 22). Dies bedeutet, wir müssen unser ganzes Leben lang an uns arbeiten, einen lebenslangen Konflikt durchstehen. Wir müssen alles, was wir sind und tun, beherrschen und bezwingen, jedes Übel und jede Widersetzlichkeit austreiben und jeden Teil von uns, Leib und Seele, über seinen rechten Platz und seine Pflichten belehren und sie ihm einschärfen, bis wir im Willen, in unseren Neigungen und unserem Verstande nach ganz Christi sind, so wie wir es bekennen; mit den Worten des heiligen Paulus „alle Vernunftgebilde und alles Hochfahrende einreißen, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken einfangen zum gehorsamen Dienst an Christus“ (2 Kor 10, 5).

 

Nun habe ich anscheinend etwas gesagt, dem jeder sofort zustimmt. Und doch ist letztlich unter denen, die sich zu Christus bekennen, vielleicht nichts so selten wie eine praktizierte Zustimmung zu der Lehre, dass sie einem Gesetz unterstehen; nichts ist so selten wie absoluter Gehorsam, vorbehaltlose Unterwerfung unter den Willen Gottes, gleichbleibendes Pflichtbewusstsein – wie einige Beispiele sogleich zeigen werden.

 

Die meisten Christen räumen generell ein, dass sie unter einem Gesetz stehen, aber sie gestehen es unter einem Vorbehalt; sie beanspruchen für sich eine Art Dispens in ihrer Einhaltung des Gesetzes. Was ich sage, ist ganz unabhängig von der Frage, welches die Norm des Gehorsams ist, die sich jeder Mensch selbst setzt. Der eine legt die Messlatte seiner Pflichten höher als der andere; einige haben nur eine niedrige Meinung davon und engen es auf die rein persönliche Moral ein; einige beschränken es auf ihre Pflichten der Gesellschaft gegenüber; andere ziehen die Grenze anhand eines überkommenen Gesetzes, das in bestimmten Schichten oder Kreisen Annahme findet; wieder andere schließen die Einhaltung religiöser Bräuche ein. Ganz gleich aber, ob die Menschen das Gesetz des Gewissens hoch oder gering schätzen, es weit oder eng auslegen, sind es doch nur wenige, die es sich als Regel vorgeben; wenige nur, die sich ihre wie immer geartete Meinung darüber bilden, die sie bindet; wenige, die gar eingestehen, dass sie durchgängig und beständig danach handeln. Fragt die Masse der Menschen, denen ihr in der Welt begegnet und ihr werdet feststellen, dass einer und alle es zuweilen für zulässig halten, sich über das Gesetz zu stellen, sogar nach ihrer eigengesetzten Norm; dass sie Ausnahmen und Vorbehalte machen, als wären sie die absoluten Herrscher über ihr Gewissen und könnten sich gelegentlich davon dispensieren.

 

Was ist das für ein Mensch, von hohem oder niedrigerem Rang, den die Welt als ehrbar und fromm ansieht? Bestenfalls ist er folgendermaßen beschaffen: er besitzt eine Reihe charakterlicher Vorzüge, mit denen ihn zum Teil schon die Natur ausgestattet hat; und wenn er sich andere mit Mühe angeeignet hat, dann, weil ihn die äußeren Umstände dazu gezwungen haben oder weil von Natur aus eine Art aktives Element in ihm ist, das sich gegen andere Elemente durchgesetzt hat und ihn beherrscht. Er hat sich eine gewisse Selbstbeherrschung angeeignet, weil niemand ohne sie Achtung genießt. Er hat sich gezwungenermaßen Fleiß, Pünktlichkeit, Genauigkeit und Ehrlichkeit angewöhnt. Er ist höflich und zuvorkommend und hat gelernt, nicht alles zu sagen, was er denkt und fühlt oder all das zu tun, was er tun möchte, und zwar bei jeder Gelegenheit. Die große Masse der Menschen ist natürlich bei weitem nicht mit so wahrlich lobenswerten Eigenschaften ausgestattet; ich denke aber, die besten wohl. Ich gehe davon aus, dass Charakter und Stand eines Menschen so angelegt sind, dass er hier und da eine Neigung oder ein Interesse verspürt, seinen Pflichten zuwider zu handeln. Solche Momente stellen ihn auf die Probe; es gibt nichts, was ihn unter normalen Umständen daran hindern könnte, Gott zu dienen, doch der Beweis seiner Aufrichtigkeit zeigt sich in seinem Verhalten in diesen außergewöhnlichen Momenten. Nun bin ich an dem Punkt, auf den ich die Aufmerksamkeit lenken möchte; denn eben diese Momente, die alleinigen Zeiten seiner Prüfung, sind genau die Zeitpunkte, in denen er zu der Überlegung neigt, dass es ihm erlaubt sei, sich vom Gesetz zu dispensieren. Er erteilt sich die Dispens just dann, wenn es nur um Gottes Gebot geht, ohne dass dieses gleichzeitig sein eigenes Gesetz und das der Welt wäre. Er tut, was recht ist, solange der Weg der Religion den Weg der Welt entlang führt; wenn die Wege sich trennen, wählt er den der Welt und bezeichnet seine Wahl als Ausnahme. Neunundneunzig Tage handelt er recht, aber am hundertsten wissentlich und vorsätzlich unrecht; und wenn er sich auch nicht rechtfertigt, so spricht er sich wenigstens von diesem Handeln frei.

 

Ein Beispiel hierfür: im Allgemeinen geht er zur Kirche, er ist es so gewohnt; aber eine dringliche Angelegenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt setzt ihn unter Druck, oder irgendeine Vergnügung verlockt ihn: er lässt den Kirchenbesuch ausfallen. Er weiß, dass dies nicht richtig ist und sagt es auch, aber kommt ja nur ab und zu einmal vor.

 

Noch ein Beispiel: er ist grundehrlich im Umgang mit anderen; er sagt die Wahrheit, d.h. er hat es sich zur Regel gemacht; wenn er in die Enge gerät, erlaubt er sich hier und da die Unwahrheit, besonders wenn diese ohne große Bedeutung ist. Er weiß, er sollte nicht lügen; er räumt dies ein; doch er denkt, ich kann es nun einmal nicht ändern; die Umstände haben es unvermeidbar gemacht, denn es ist die einzige Möglichkeit, einer großen Schwierigkeit aus dem Weg zu gehen. In solch einem Fall ist es, wie er sagt, durchaus akzeptabel, und auf diese Weise kommt er darüber hinweg, d.h. in einem Fall, in dem er ungehorsam gegen Gott sein oder einen weltlichen Nachteil in Kauf nehmen muss.

 

Ein weiteres Beispiel: er hat gelernt, sein Temperament zu zügeln und seine Zunge im Zaum zu halten; aber bei einer ungewöhnlichen Provokation überkommt es ihn. Er wird zornig, sagt, was er besser nicht sagen sollte, er schimpft und flucht vielleicht. Ist nicht jeder dafür anfällig, von Ärger oder übler Laune überwältigt zu werden? Darum geht es nicht; es geht darum, dass er danach keine Gewissensbisse empfindet; er glaubt nicht, etwas getan zu haben, das verziehen werden müsste. Im Gegenteil, er verteidigt sich gegenüber sich selbst mit der Begründung, dass eine solche Ausdrucksweise bei ihm sehr ungewöhnlich sei; er begreift nicht, dass er einem Gesetz unterliegt, über das er sich nicht stellen darf, von dem er sich einfach nicht dispensieren kann.

 

Und noch ein Beispiel: er ist im Allgemeinen nüchtern und maßvoll; doch dann feiert er mit Freunden und vergnügt sich; er lässt sich zum Übermaß verleiten. Am darauffolgenden Tag beteuert er, dass ihm so etwas schon lange nicht mehr passiert sei; das sei überhaupt nicht seine Art; normalerweise rühre er Wein oder Ähnliches kaum an. Er begreift nicht, dass er eine Sünde bereuen müsste, denn es geschehe ja nur ab und zu einmal.

 

Nun, glaube ich, ihr versteht ganz gut, was ich meine, und ich brauche zur Erläuterung nichts weiter zu sagen. Solche Menschen, so nachsichtig mit sich selbst, sind auch nachsichtig gegeneinander; sie machen Zugeständnisse gegenüber allen um sie herum und nehmen das hin, was sie sich selbst großzügig genehmigen. Darin besteht das Geheimnis, mit der Welt Freund zu sein, Verständnis für ihre Sünden und Anteil an ihnen zu haben. Diejenigen, die streng mit sich selbst sind, sind streng gegenüber der Welt; doch wo sich die Menschen eine gewisse Konzession zum Ungehorsam zubilligen, ziehen sie die Grenzen in Bezug auf andere nicht sehr genau. Da sie sich dessen bewusst sind, was gegen sie selbst gesagt werden könnte, sind sie entsprechend zurückhaltend mit dem, was sie gegen andere sagen; und sie begegnen ihnen unter dem Einvernehmen der gegenseitigen Duldung. Sie gewöhnen sich an zu sagen, dass sie sich um das Privatleben ihrer Nachbarn nicht kümmern; und sie verkehren mit ihnen nur als Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder als Mitglieder der Gesellschaft oder in geschäftlichen Dingen, ganz und gar nicht als mit verantwortlichen Wesen, die eine unsterbliche Seele besitzen. Sie wollen nur das sehen und wissen, was an der Oberfläche ist, und sie erklären das Vorleben eines Menschen für heilig, weil es sündhaft ist. In ihren Augen besteht die einzige Pflicht gegenüber ihrem Nachbarn darin, ihn nicht zu verletzen; was auch immer, seine Moral, sein Glaube bedeuten ihnen nichts. So sind sie im reifen und fortgeschrittenen Alter; in der Jugend sind sie ebenso fügsam wie nachgiebig und folgen bereitwillig dem Lauf der Dinge, so wie sie ihnen begegnen. Sie sind – und werden gelobt als – angenehm, gut gelaunt und umgänglich. Sie vertreten keine niederen Grundsätze, sind nicht übel gesinnt oder offenkundig unehrlich, aber sie nehmen es nicht so genau. Sie leben in keiner Weise nach festen Regeln. Sie sind temperamentvoll und besitzen die ganze Liebenswürdigkeit, welche die Jugend aufzubieten hat, und sie gehen im Allgemeinen den richtigen Weg; da sie aber in sich nicht verwurzelt sind, lässt sie ein Missgeschick von innen oder von außen, eine hochkommende Leidenschaft oder die Anstiftung durch einen Freund sofort ins Schwanken geraten. Sie schwanken und machen sich später wenig Gewissensbisse; sie vergessen es einfach. Sie scheuen sich vor der Vorstellung, einem Gesetz zu unterstehen und halten die Religion, die ein solches auferlegt, für bedrückend. Sie gehen gerne ihren eigenen Weg und folgen ihm ohne jegliches Übermaß an Sünde oder zumindest ohne sündige Gewohnheiten. Sie sind gesittet und benehmen sich unter wohlerzogenen Leuten tadellos, zum Beispiel zu Hause; aber außer Haus sind sie nachsichtig mit sich selbst, wenn die Versuchung ihnen begegnet. Sie genießen die Welt nach Lust und Laune; sie sind frei; ach! – was für eine traurige Freiheit! – gleichwohl in gewisser Hinsicht eine Freiheit. Ein religiöser Mensch muss seinen Blick von Dingen abwenden, die sein Innerstes erregen, und sich an die Warnung unseres Erlösers erinnern; doch für einen Mann von Welt bedeutet es nichts Böses, dorthin zu sehen, wo er nicht hinsehen sollte, denn weiter geht er ja nicht. Ein religiöser Mensch achtet auf seine Worte; der andere jedoch sagt, was ihm sein Herz eingibt und entschuldigt sich für seine lästerliche Sprache mit der Ausrede, dass er es nicht so meine. Ein religiöser Mensch sucht sich seine Gesellschaft mit Bedacht aus; der andere aber beteiligt sich an Spöttereien und Ausschweifungen, wiewohl er sie trotz seiner Beteiligung verurteilt; doch er verurteilt nicht sich als Beteiligten, verachtet aber diejenigen, die sich mit ihm beteiligen. Er genießt das Leben, wie man so sagt. Er kann sich unter alle möglichen Leute begeben, denn er kennt keine lästigen Förmlichkeiten und keine hemmenden religiösen Gebote. Vielleicht geht er ins Ausland und sieht sich dann eine Zeitlang als unter Menschen lebend, als unbekannte Person in einem unbekannten Land, die bei allem was kommt mitmachen darf, ob böse oder gut. Ferner kann es passieren, dass er sich, ungeachtet seiner Position, auf dem Feld der so genannten Politik engagiert; er wird dann meinen, dass, obwohl Wahrheit und Religion sicherlich höchst verbindlich und außerordentlich wichtig sind, die Welt aber nicht weiterbestehen könnte, die geschäftlichen Aktivitäten zum Stillstand kommen, die politischen Parteien handlungsunfähig würden, und all das, was er wirklich liebt und verehrt, zweitrangig würde, wenn sich die Religion immerzu weigern würde, auch nur einen Fingerbreit nachzugeben. Und weiter: ein religiöser Mensch nimmt seine Religion den ganzen Tag lang mit in sein Verhalten hinein; nachlässige Personen jedoch tun vieles, das sie nicht bekannt werden lassen möchten, im Geheimen. Sie tun alles, um damit kein Aufsehen zu erregen. Sie brechen einem Tieferstehenden gegebene Versprechen. Oder, wenn die Zeit es ihnen erlaubt, sind sie neugierig und aufdringlich; sie kritisieren andere und verbreiten Skandalgeschichten. Sie stecken ihre Nase in Angelegenheiten, die sie entsprechend ihrer gesellschaftlichen Stellung nichts angehen. Sie hören zu, wo sie kein Recht zum Zuhören haben; sie lesen, was sie nicht zu lesen berechtigt sind. Oder sie erlauben sich kleine Diebereien und glauben, nichts Unrechtes zu tun; sie entschuldigen sich mit der Ausrede, das von ihnen Entwendete werde ohnehin nie vermisst. Im Geschäftsleben halten sie gewisse Arten und Ausmaße von Betrügerei für zulässig und betrachten sie nicht als Unredlichkeit. Sie reden sich damit heraus, es sei nicht ihre Sache, aufrichtig und gerecht zu handeln, sondern die Aufgabe anderer, die Betrügereien aufzudecken; und als bedeute Schwindel und Betrug nicht Sünde auf Seiten der einen Partei, sondern vielmehr Dummheit auf Seiten der anderen. Falls sie in bescheidenen Verhältnissen leben, halten sie Angeberei für nichts Unrechtes; das kundzutun, was nicht wirklich wahr ist, sofern ihnen ein Nutzen daraus erwächst; eine Geschichte aufzubauschen oder eine tiefere Religiosität vorzutäuschen, als sie ihnen tatsächlich eigen ist; oder so zu tun, als gingen sie in religiösen Dingen einig mit Personen, von denen sie sich etwas erhoffen; oder eine Religion anzunehmen, wenn es zu ihrem Vorteil ist; oder sich gleichzeitig zu zwei oder drei Religionen zu bekennen, wenn Almosen oder anderweitig Spenden zu geben sind.

 

Dies sind einige aus einer Fülle von Wesenszügen, die eine bequeme Religion kennzeichnen – die Religion der Welt, die sich auf die Seite der christlichen Wahrheit stellen würde, wäre diese Wahrheit nur nicht so überaus streng, genauso wie Auseinandersetzungen mit ihr und ihren Befürwortern; nicht als ob sie nicht gut und richtig wäre, sondern weil sie so unbeugsam ist – weil sie sich nicht den Zeiten und Nöten, ebenso wenig wie den Vorlieben und Geschmäcken Einzelner anpasst. Dies ist die Art Religion, vor der der heilige Paulus grundsätzlich warnt, so oft er vom Wesen des Evangeliums als wahres Gesetz und wahre Knechtschaft redet. In der Tat ist er stolz auf dieses Wesen, denn wie das Glück aller Geschöpfe in der gelungenen Verrichtung ihrer Aufgaben liegt, wo immer Gott sie hingestellt hat, so liegt des Menschen größtes Gut im Gehorsam gegen Gottes Gesetz und in der Nachahmung der göttlichen Vollkommenheit. Der Apostel wusste aber, dass die Welt nicht so denkt, und gerade deshalb besteht er darauf. Darum besteht der Apostel auf der Notwendigkeit, dass die Christen „die Gerechtigkeit des Gesetzes erfüllen“; sie erfüllen, denn solange wir nicht nach vollkommenem, vorbehaltlosem Gehorsam in allen Dingen streben, sind wir in der Tat nicht wirklich Christen. Folglich sagt der heilige Jakobus: „Wer das ganze Gesetz erfüllt, aber in einem einzigen Punkt fehlt, der hat sich am Ganzen schuldig gemacht“ (Jak 2, 10). Und unser Erlöser versichert uns: „Wer eines von diesen kleinsten Geboten übertritt und so die Menschen lehrt, der wird als Kleinster gelten im Himmelreich“ und „Wenn eure Gerechtigkeit nicht größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer“, die derart voreingenommen und eingeschränkt war, „werdet ihr nicht hineinkommen in das Himmelreich“ (Mt 5, 19-20). Und als der junge Mann zu ihm kam, ihm sagte, dass er alle Gebote gehalten habe und die Frage stellte, was ihm noch fehle, wies Jesus auf „das Eine“ hin; und als er seinen Gehorsam nicht um jenes Eine vervollständigen wollte, sondern betrübt davon ging, fügte Jesus, als nütze der ganze Gehorsam in allen anderen Punkten nichts, hinzu: „Kinder, wie schwer ist es doch, dass solche, die auf Reichtum bauen, in das Reich Gottes eingehen!“ (Mk 10, 21-24). Täuschen wir uns also nicht; was Gott von uns verlangt, ist, dass wir sein Gesetz erfüllen oder zumindest danach streben, es zu erfüllen; uns mit nichts weniger zufrieden geben als vollkommenem Gehorsam – alles zu versuchen, die uns gegebenen Hilfen zunutze zu machen und uns, nicht zuerst, sondern hinterher wegen unserer Unzulänglichkeiten auf die Gnade Gottes zu werfen. Ich weiß, dass dies, wenn wir es zum ersten Mal hören, eine erschreckende Lehre ist; unsere Herzen haben eine solche Abneigung dagegen, dass manche Menschen sogar zu behaupten versuchen, dies sei eine unchristliche Lehre. Freilich ein hoffnungsloses Unterfangen, angesichts der Bibel als Referenz und ihrer Aussagen von der Pforte, die eng und dem Weg, der schmal ist. Dennoch würden die Menschen sich seiner gern bedienen, wenn sie könnten; sie argumentieren, jede Geltendmachung der Religion als Dienst oder Pflicht sei falsch, weil unter Zwang geschehend, und nur jene Zustimmung aus einem Impuls heraus richtig, weil von Herzen kommend. Sie möchten beweisen, dass das Gesetz uns nicht bindet, weil Christus es erfüllt hat; oder weil, wie es der Fall ist, der Glaube anstelle des Gehorsams bei denen akzeptiert würde, die bislang noch keine Zeit hatten, mit seiner Erfüllung zu beginnen.

 

Derartige Personen berufen sich auf die Schrift und müssen, was nicht schwer ist, durch die Schrift widerlegt werden; die überwiegende Mehrheit der Menschen gibt sich in dieser Hinsicht nicht so viel Mühe. Anstatt auch nur vorzugeben, das herausfinden zu wollen, was Gott gesagt hat, nehmen sie dazu – wie sie es nennen – eine Auffassung auf der Grundlage des gesunden Menschenverstandes ein. Sie behaupten, es sei unmöglich, dass die Religion gemäß Gottes Plan wirklich so streng sein könne. Sie missbilligen diese Vorstellung als überzogen und verdrießlich. Sie erklären, die Religion als Ganzes zu verehren und Freude an ihr zu haben, aber meinen, dass sie nicht unnötigerweise in Nebensächlichkeiten gezwängt werden oder, wie sie es ausdrücken, nicht zu weit getrieben werden sollte. Sie beschweren sich nur über ihre Eigenheiten, wenn ich das Wort gebrauchen darf, oder ihren Mangel an Nachsicht und Rücksichtnahme in kleinen Dingen; mit anderen Worten, sie mögen die Religion, ehe sie diese erfahren haben – in der Voraussicht – auf Distanz, bis sie religiös sein müssen. Sie reden gerne über sie und sehen es gerne, wenn die Menschen religiös sind; sie halten die Religion für löblich und höchst wichtig; sobald sie aber in irgendwelchen konkreten Einzelheiten damit näher konfrontiert werden, mögen sie sie nicht mehr. Es genügt ihnen, sie wahrgenommen und gelobt zu haben; sie spüren sie als eine Last, wann immer sie sie überhaupt spüren, wann immer sie sie auffordert, das zu tun, was sie sonst nicht tun würden. Mit einem Wort, die Befindlichkeit der meisten Menschen ist folgende: ihre Herzen gehen den falschen Weg; ihr eigentliches Problem mit der Religion, wenn sie selbst es wissen, besteht nicht darin, dass sie streng oder einnehmend oder herrisch ist und zu weit geht, sondern dass es Religion ist. Es ist die Religion an sich, die wir von Natur aus alle nicht mögen, nicht nur ihr Übermaß. Die Natur strebt zur Erde hin, und Gott ist im Himmel. Wenn ich nach Norden reisen will und alle Strassen führen nach Osten, werde ich mich natürlich über die Straßen beschweren. Ich werde nichts als Hindernisse finden; ich werde Mauern überwinden, Flüsse durchqueren und Umwege machen müssen und am Ende doch mein Ziel verfehlen. So verhalten sich jene, die nicht mutig genug sind, ein Bekenntnis zur Religion aufzugeben, aber der Welt dienen wollen. Sie versuchen, Babylon auf Straßen zu erreichen, die zum Berg Sion führen. Seht ihr nicht, dass sie notwendigerweise auf Hindernisse, Kreuzungen, Enttäuschungen und Misserfolge treffen müssen? Sie gehen Meile um Meile und halten vergeblich Ausschau nach den Türmen der Stadt der Eitelkeit, denn sie befinden sich auf der falschen Straße; nicht willens zuzugeben, was sie wirklich suchen, nörgeln sie, die Straße sei zu weitläufig und ermüdend. Sie bezichtigen die Religion der Einmischung in das, was sie als ihre harmlosen Vergnügungen und Wünsche ansehen. Doch die Religion bedeutet nur für diejenigen eine Unterjochung, die sich nicht in deren Form gießen lassen. Dementsprechend dankt in unserem einleitenden Vers der heilige Paulus Gott, dass seine Brüder „von Herzen gehorsam wurden auf das Bekenntnis der Lehre hin, aufgrund dessen sie übereignet wurden“ (Röm 6, 17). Wir Christen sind in eine bestimmte Form gegossen. Solange wir in dieser Form verbleiben, empfinden wir sie nicht als Form oder Hülle. Erst wenn unsere Herzen in einer böse gearteten Weise überfließen, entdecken wir, dass wir eingeengt sind und meinen, wir befänden uns im Gefängnis. Das Gesetz in den Gliedern unseres Leibes kämpft gegen das Gesetz des Geistes, und dies versetzt uns in eine bedrückende Knechtschaft. Lasst uns also sehen, wo wir stehen und was wir tun müssen. Der Himmel kann sich nicht ändern; Gott ist „ohne Wechsel und ohne einen Schatten von Veränderung“ (Jak 1, 17). Sein „Wort steht für immer am Himmel“ (Ps 118, 89). Sein Gesetz währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir müssen uns ändern. Wir müssen auf die Seite des Himmels überwechseln. Niemals hat eine Seele das wahre Glück gefunden außer in Übereinstimmung mit Gott, im Gehorsam gegen seinen Willen. Wir müssen das werden, was wir nicht sind. Wir müssen das lieben lernen, was wir nicht lieben und uns in dem üben, was schwer ist. Das Gesetz des Geistes des Lebens muss in unsere Herzen eingeschrieben und in ihnen aufgerichtet werden, so dass die Gerechtigkeit des Gesetzes in uns erfüllt werde und wir lernen mögen, Gott zu gefallen und zu lieben.

 

Schließlich gibt es einige, die ihren Mangel an Strenge mit dem verteidigen, was sie als Autorität der Heiligen Schrift betrachten, und andere, und dies ist die Mehrheit, die sich selbst damit zu überzeugen versuchen, dass Religion nicht wirklich streng sein kann, was immer an starken Worten oder Aussagen in der Schrift zu finden sein mag; und wiederum gibt es andere, die einen ehrlicheren, aber auch gewagteren Weg einschlagen. Anstatt nach Ausreden zu suchen, wie ich es dargelegt habe, geben sie die Realität freimütig zu und bringen sie dann als Argument gegen die Religion insgesamt vor. Anstatt zuzugeben, dass sie die Religion mögen, ausgenommen den Gottesdienst, wenden sie unverfroren ein, die Religion sei insgesamt widernatürlich und könne deshalb nicht als Pflicht auferlegt werden. Sie meinen, dass es Geistlichen und Lehrern sehr wohl gezieme, eine erhabene Lehre aufzustellen, aber Menschen seien eben Menschen und die Welt sei die Welt; das Leben solle keine Bürde sein, und Gott habe uns erschaffen, damit uns dieses Leben Freude bereite, und er werde uns nach diesem Leben niemals dafür bestrafen, dass wir dem Gesetz der Natur gefolgt sind. Ich erwidere darauf: zweifellos soll uns dieses Leben Freude bereiten; aber warum sollten wir uns nicht im Herrn freuen? Wir sollten das Gesetz der Natur befolgen; aber warum das unserer alten und nicht das unserer neuen Natur? Befänden wir uns tatsächlich im Zustand unserer ersten Natur, unter der Schuld und Schande der Erbsünde, dann könnte dieses Argument scheinbar einleuchtend vorgebracht werden, obgleich auch dann selbstverständlich nicht überzeugend; doch in welcher Weise betrifft es Christen? Nun, da Gott die Tore unseres Gefängnisses geöffnet und uns in das Königreich seines Sohnes hineingenommen hat, wenn Menschen weiterhin Menschen des Fleisches sind, die Welt eine sündige Welt ist, das Leben der Engel eine Bürde und das Gesetz der Natur nicht das Gesetz Gottes ist, wer ist schuld daran?

 

In der Tat unterstehen wir Christen wie andere Menschen dem Gesetz, aber wie ich schon gesagt habe, ist es das neue Gesetz, das Gesetz des Geistes Christi. Wir leben unter der Gnade. Jenes Gesetz, welches für die Natur eine niederdrückende Knechtschaft bedeutet, ist für diejenigen, die unter der Kraft der Gegenwart Gottes leben, das, als was es gedacht war, eine Freude. Wenn es uns nun widerstrebt, Gott zu dienen, wenn in uns der Gedanke hochkommt, er sei ein strenger Meister und seine Versprechen seien nicht reizvoll genug, die Strenge seiner Gebote aufzuwiegen, lasst uns daran erinnern, dass wir – als Christen – nicht im Fleisch, sondern im Geist leben, und lasst uns nach dieser Überzeugung handeln. Lasst uns ihn um Gnade bitten. Lasst uns sein Angesicht suchen. Lasst uns dorthin kommen, wo er Gnade schenkt. Lasst uns die Gnadenmittel nutzen, in denen uns Christus seinen Heiligen Geist verleiht, um uns zu befähigen, das zu tun, was wir von Natur aus nicht tun können, und „Diener der Gerechtigkeit“ sein. Diejenigen, die um seine rettende Hilfe zum Ändern ihrer Neigungen und Abneigungen, ihres Geschmacks, ihrer Ansichten, ihres Willens und ihres Herzens beten, erhalten wohl nicht sofort das, was sie suchen; sie erhalten es nicht auf einmaliges Bitten hin; sie nehmen nicht wahr, dass sie es erhalten, während sie es erhalten – doch wenn sie fortwährend Tag für Tag zu ihm kommen, – wenn sie in Demut kommen, – wenn sie im Glauben kommen, – wenn sie nicht kommen um auszuprobieren, wie ihnen der Gottesdienst gefällt, sondern (soweit möglich) ihr ganzes Herz und ihre ganze Seele in ihren Dienst als Opfer für ihn einbringen, – wenn sie kommen, nicht um ein Zeichen zu suchen, sondern entschlossen, ihn weiter zu suchen, ihn zu ehren, ihm zu dienen, ihm zu vertrauen, ob sie Licht sehen oder Trost verspüren oder ihr Wachsen erkennen oder nicht, – solche Menschen werden es erhalten, auch wenn sie es nicht wissen; sie werden finden, selbst wenn sie noch auf der Suche sind; ehe sie rufen, wird er ihnen antworten, und sie werden sich schließlich selbst auf wunderbare Weise, zu ihrer eigenen Überraschung und ohne zu wissen wie, gerettet finden, zu einem Zeitpunkt, da ihr Lohn in weiter Ferne schien. „Die auf den Herrn vertrauen“, sagt der Prophet, „schöpfen neue Kraft, empfangen Schwingen gleich dem Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt“ (Jes 40, 41).

 

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