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Jeder Tag des Herrn ist ein Tag der Ruhe; der heutige jedoch ist dies vielleicht mehr als jeder andere1. Er erinnert nicht an eine Tat Gottes, und wäre sie noch so barmherzig und glorreich, sondern an seine eigene unsagbare Vollkommenheit und sein anbetungswürdiges geheimnisvolles Wesen. Es ist ein Tag, der in besonderer Weise dem Frieden geweiht ist. Unser Herr hat uns seinen Frieden hinterlassen, als er wegging: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht so, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch" (Joh 14, 27); und er sagte, er werde ihnen einen Tröster senden, der ihnen den Frieden geben sollte. Vergangene Woche haben wir der Herabkunft dieses Trösters gedacht, heute gedenken wir in besonderer Weise der Gabe, die er mit sich gebracht hat, in jener großen Lehre, die ihre Verkörperung und ihr Werkzeug ist. „Das habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis" (Joh 16, 33). Christus sagt hier, dass er anstelle der Sorgen und Nöte dieser Welt seinen Jüngern Frieden gibt; daher beten wir im heutigen Tagesgebet, dass wir im Glauben an die ewige Dreiheit in der Einheit bewahrt und „vor allem Unheil beschützt" werden mögen, denn im Festhalten an diesem Glauben werden wir vor Not behütet.

Daher wird auch in dem Segen, den Moses die Priester über die Kinder Israels sprechen ließ, der Name Gottes auf sie gelegt, und dies dreimal, damit sie gesegnet und behütet blieben, damit sein Angesicht über ihnen leuchte und ihnen der Friede zuteil werde. Aus diesem Grunde erteilen wir auch in unserer feierlichen Segensformel, mit der wir den Gottesdienst beschließen, dem Volk „den Frieden, der alles Begreifen übersteigt" (Phil 4, 7) und den „Segen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Gott ist der Gott des Friedens und indem er uns den Frieden gibt, offenbart er sich uns; denn seine Gegenwart ist Frieden. Deshalb hat unser Herr in derselben Rede, in der er seinen Jüngern den Frieden verhieß, auch versprochen, dass „er kommen und sich ihnen offenbaren werde", dass „er und sein Vater zu ihnen kommen und Wohnung bei ihnen nehmen werden" (Joh 14, 21.23). Frieden ist sein immerwährender Zustand; in dieser Welt von Raum und Zeit hat er gewirkt und gehandelt; von Ewigkeit her aber war dies nicht so. Denn sechs Tage arbeitete er, dann ruhte er von seinem Werk in jener Ruhe, die sein Zustand von Ewigkeit her war; doch ruhte er nicht so, als dass er nicht in gewisser Hinsicht „bis jetzt wirkte" (Joh 5, 17), – einwirkte im Erbarmen und im Gericht auf jene Welt, die er erschaffen hatte. Vor allem aber, als er seinen eingeborenen Sohn in die Welt sandte und dieser allgütige und allbarmherzige Sohn, unser Herr, sich herabließ, zu uns zu kommen, wirkten er und sein Vater mit mächtiger Hand; sie schenkten uns den Heiligen Geist, den Tröster, der auf ebenso wunderbare Weise wirkte und fortwirkt, bis jetzt. Freilich besteht das ganze Geschehnis der Erlösung in einer Reihe großer und fortgesetzter Werke; aber sie alle streben immer noch hin nach Ruhe und Frieden, wie im Anfang. Sie begannen aus der Ruhe und sie enden in Ruhe. Sie enden in jenem ewigen Zustand, aus dem sie ihren Anfang nahmen. Der Sohn war von Ewigkeit im Schoße des Vaters als sein geliebter und eingeborener. Er liebte ihn vor Anbeginn der Welt. Er lebte in Herrlichkeit mit ihm, ehe die Welt war. Er war im Vater und der Vater in ihm. Niemand kannte den Sohn außer dem Vater, und niemand den Vater außer dem Sohn. „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort" (Joh 1, 1). Er war „der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens" (Hebr 1, 3); und in dieser unbeschreiblichen Einheit von Vater und Sohn war auch der Geist, als Geist des Vaters und Geist des Sohnes; der Geist beider zugleich, unzertrennlich von ihnen, doch verschieden, so dass sie drei Personen, ein Gott, von Ewigkeit her waren.

So war es, wie uns berichtet wird, von Ewigkeit her; – ehe Himmel und Erde geschaffen wurden, ehe der Mensch fiel oder die Engel sich auflehnten, ehe die Söhne Gottes am Morgen der Schöpfung geformt wurden, ja ehe die Seraphim waren, die ihr Angesicht vor ihm verhüllten und „Heilig" riefen, war er da ohne Diener, ohne Gefolge, ohne königlichen Hofstaat, ohne die Offenbarung seiner Herrlichkeit, ohne alles außer ihm selbst; er sein eigener Tempel, seine eigene ewige Ruhe, seine eigene höchste Wonne, von Ewigkeit. O wunderbares Geheimnis! O Tiefe seiner Majestät! O tiefe Gedanken, die allein der Geist kennt! Wunderbar und fremdartig für Geschöpfe wie wir, die auf der Erde kriechen, dass er, der Allmächtige, der Allweise, der Allgütige, der Allherrliche eine Ewigkeit lang, auf Jahre ohne Ende oder vielmehr außerhalb jeder Zeit, die auch nur von ihm geschaffen ist, dass er ohne jene dagewesen sein soll, durch die er seine Macht erweisen, in denen er weise, gegen die er gütig sein und durch die er verherrlicht werden konnte. Wie wunderbar, dass all seine tiefen und unendlichen Merkmale nicht offenbar hätten werden sollen! O wunderbarer und zudem tröstlicher Gedanke für uns Erdenwürmer, sooft wir in uns Gaben spüren und in anderen Gaben sehen, die nicht zur Entfaltung gelangen, und Kräfte, die reglos bleiben! Er, der allmächtige Gott, ruhte von Ewigkeit her und tat keine Werke; warum sollte er nicht ruhen, wo es doch so wunderbar ist zu sehen, wie selig er in sich selbst war? Warum sollte er danach verlangen, Wesen außerhalb seiner selbst zu kennen, zu lieben und mit ihnen zu verkehren, da er doch ganz sich selbst genügte? Weshalb sollte er der Gesellschaft anderer bedürfen, als wäre er ein Mensch, da er doch nicht einsam war, sondern allezeit sein eingeborenes Wort bei sich hatte, an dem er Wohlgefallen fand und das er unsagbar liebte, sowie den ewigen Geist, das wahre Band der Liebe und des Friedens, der im Vater und im Sohn wohnte und in dem Vater und Sohn wohnten? Wie kam es dann aber, dass er überhaupt mit der Schöpfung begann, er, der einen Sohn hatte ohne Anfang und ohne Mängel, den er mit vollkommener Liebe lieben konnte? Welch äußerstes Übermaß an Güte war es, dass er sich schließlich herablassen sollte, sich mit einer Schöpfung zu umgeben; er, der nichts brauchte, und dass er sein immerwährendes Schweigen gegen die Fügung der Vorsehung und den Kampf zwischen Gut und Böse eintauschen sollte! Ich spreche hier nicht vom abtrünnigen Verhalten ihm gegenüber, nicht von Auflehnungen und von Lästerungen, die von Menschen und Teufeln begangen worden sind. Ich spreche nicht von jenem unsagbaren Reich der Pein, dem Kerker der Unbußfertigen, der fortan mit ihm gleich ewig bestehen soll, als läge er im Wettstreit mit seinen himmlischen Wonnen. Ich spreche nicht davon, denn das Böse kann Gott nicht berühren; und all die Sünden jener verworfenen Seelen können seine immerwährende Glückseligkeit nicht beeinträchtigen. Aber ich frage mich, wie es kam, dass er, der nichts bedurfte, der alles in allem war, der unendliche Seinesgleichen hatte im Sohn und im Geist, die eins mit ihm waren, – wie kam es, dass er seine Heiligen schuf, wenn nicht aus reiner Liebe zu ihnen von Ewigkeit her? Warum sollte er den Menschen nach seinem Bilde schaffen, da der Sohn bereits sein Bild war, allvollkommen, allgetreu, unveränderlich, ohne Fehl, aufgrund einer natürlichen Eigenartigkeit und Einheit im Wesen? Und als der Mensch fiel, warum ließ er nicht vom ganzen Geschlecht ab oder vernichtete es und schuf ein neues? Warum ging er so weit, eine neue und noch wunderbarere Heilstat an uns zu beginnen, und wie er Wunderbares in der Vorsehung gewirkt hatte, auch Wunderbares in der Gnade zu wirken, indem er sogar seinen eingeborenen Sohn sandte, unsere gefallene Natur anzunehmen und sie durch seine Vereinigung mit ihr zu reinigen und zu erneuern; dass er vielmehr noch, so unendlich seine eigene Seligkeit und die Vollkommenheit seines Sohnes und die Nichtswürdigkeit des Menschen waren, in seiner liebevollen Güte beschlossen hat, jenem nichtswürdigen Menschen zum Teilhaber an der Vollkommenheit seines Sohnes und seiner eigenen Seligkeit zu machen?

Und so geschah es, dass er den Menschen, wie er ihn am Anfang geschaffen hatte, auch erlöste; der Geschichte dieser Erlösung sind wir in den letzten sechs Monaten in unseren Gottesdiensten nachgegangen. Wir haben in der Erinnerung das gesamte Geschehen dieser Fügung der tätigen Vorsehung verfolgt, das Gott um unserer Erlösung willen seinem ewigen und unendlichen Ruhen hinzugefügt hat. Zuerst haben wir, in den Wochen des Advent, seines Herannahens gedacht; dann, an Weihnachten, seiner Geburt aus der Jungfrau Maria, nach einer wunderbaren Empfängnis; dann seiner Beschneidung; seiner Offenbarung vor den Weisen; seiner Taufe und des Anfangs seiner Wundertätigkeit; seiner Darstellung im Tempel; seines Fastens und seiner Versuchung in der Wüste, in der Fastenzeit; seiner Todesangst im Garten Gethsemani; des Verrats an ihm; seiner Verspottung und Geißelung; seines Kreuzes und Leidens; seines Begräbnisses; seiner Auferstehung; der in den darauf folgenden vierzig Tagen mit seinen seiner Jüngern geführten Gespräche; danach seiner Auffahrt in den Himmel; und schließlich der Herabkunft des Heiligen Geistes, damit dieser statt seiner bei der Kirche bleibe bis zum Ende – bis zum Ende der Welt; denn so lange soll der allmächtige Tröster bei uns bleiben. Und so wurden wir durch die Gedächtnisfeier der gnadenreichen Sendung des Geistes in der vergangenen Woche an das Ende aller Dinge geführt; was bleibt nun noch, als dessen zu gedenken, was nach dem Ende sein wird? – die Wiederkehr der ewigen Herrschaft Gottes, des unendlichen Friedens und der seligen Vollkommenheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, durch die Früchte der Schöpfung und der Erlösung wohl unterschieden von dem, was sie einst waren, aber unterschiedslos in der höchsten Glückseligkeit, der unsagbaren gegenseitigen Liebe und der unermesslichen Tiefe der Heiligkeit, in denen die drei Personen der ewigen Dreifaltigkeit wohnen. Er also ist Gegenstand der heutigen Feier – der Gott der Liebe, der Heiligkeit, der Glückseligkeit; in dessen Gegenwart die Fülle des Frohseins und der Freude liegt; der ist, was er immer war und uns Sünder zu dem geführt hat, was er immer war. Er hat den Frieden und die Liebe nicht als Teil seiner Schöpfung ins Dasein gerufen, sondern er selbst war Friede und Liebe von Ewigkeit her und er beglückt uns, indem er uns Anteil gibt an sich selbst durch den Sohn im Geist und in seinen zeitlichen Fügungen so wirkt, dass er uns zu dem hinführt, was ewig ist.

Deshalb gehen in der Schrift die Verheißungen der Ewigkeit und der Gewissheit zusammen; denn wo es keine Zeit gibt, da gibt es auch keinen Wandel mehr. „Der ewige Gott ist deine Zuflucht, Israel," sagt Moses vor seinem Tod, „und hienieden sind seine ewigen Arme; er vertreibt die Feinde vor dir und spricht: Vernichte sie! Nun wohnt Israel in Sicherheit" (Dtn 33, 27-28). Und ferner: „Du wirst in vollem Frieden erhalten den, der auf dich vertraut. Vertraut auf den Herrn zu aller Zeit, denn der Herr ist ein ewiger Fels" (Jes 26, 3-4). Und weiter: „So spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt ... Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum. Dennoch bin ich bei den Zerknirschten und Demütigen, um den Mut der Gebeugten zu beleben, zu beleben das Herz der Zerknirschten ... Ich schaffe Lob auf den Lippen: Friede, ja Friede den Fernen und den Nahen" (Jes 57, 15-19). Und in gleicher Weise wird unser Herr und Erlöser geweissagt als „ewiger Vater und Friedensfürst" (Jes 9, 6). Und wiederum, mehr im Besonderen eingehend auf das, was er für uns getan hat, heißt es: „Die Gerechtigkeit schafft Friede, die Frucht des Rechts ist ewige Sicherheit" (Jes 32, 17).

Wie wir nunmehr viele Wochen hindurch des Heilsgeschehens gedacht haben, durch welches uns die Gerechtigkeit mit der Zeit zurückgebracht wurde, so lasst uns von heute an die unendliche Vollkommenheit des allmächtigen Gottes vor Augen halten sowie unsere Hoffnung, sie im Jenseits zu sehen und sich ihrer zu erfreuen. Bis heute haben wir seine großen Werke gefeiert; ab heute preisen wir ihn selbst. Die kommenden fünfundzwanzig Wochen stellen wir uns gegenständlich vor, was im Jenseits sein wird. Wir treten in unsere Ruhe ein, indem wir eintreten mit ihm, der durch sein Wirken und Leiden das Himmelreich allen Gläubigen geöffnet hat. Ein halbes Jahr lang halten wir still, gleichsam nur damit beschäftigt, ihn anzubeten und mit den Seraphim, wie es in unserem Bibelwort heißt, ohne Unterlass zu rufen: „Heilig, heilig, heilig." Alles in der göttlichen Vorsehung, all sein Handeln an uns, alle seine Urteilssprüche, Gnadenerweise, Warnungen und Äußerungen streben hin nach Frieden und Ruhe als ihrem letzten Ziel. Alle unsere Sorgen und Freuden hier auf Erden, alle unsere Ängste, Befürchtungen, Zweifel, Schwierigkeiten, Hoffnungen, Ermutigungen, Bedrängnisse, Verluste und Erfolge führen auf diesen einen Weg. Nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten kommen der Dreifaltigkeitssonntag und die darauf folgenden Wochen; und in gleicher Weise, nach den angstvollen Mühen unserer Seele; nach der Geburt aus dem Geist; nach Prüfung und Versuchung; nach Sorge und Schmerz; nachdem wir der Welt täglich gestorben und zur Heiligkeit aufgestiegen sind, kommt endlich jene „Ruhe, die noch aussteht für das Volk Gottes" (Hebr 4, 9). Nach dem Fieber dieses Lebens; nach Ermüdung und Krankheit; Kampf und Mutlosigkeit; Mattigkeit und Verdrießlichkeit; Anstrengung und Versagen; Anstrengung und Erfolg; nach all den Zufällen und Wechselfällen dieses beunruhigend ungesunden Zustandes kommt endlich der Tod, endlich der große, weiße Thron Gottes (Offb 20, 11), endlich die selige Anschauung. Nach der Ruhelosigkeit kommen Ruhe, Friede, Freude; – unser ewiger Anteil, sofern wir seiner würdig sind; – der Anblick der seligen Drei, des einen Heiligen; der Drei, die Zeugnis ablegen im Himmel; in unzugänglichem Licht; in Herrlichkeit ohne Fehl und Makel; in der Kraft ohne „Wechsel oder Schatten von Veränderung" (Jak 1, 17). Der Vater Gott, der Sohn Gott und der Heilige Geist Gott; der Vater Herr, der Sohn Herr und der Heilige Geist Herr; der Vater nicht geschaffen, der Sohn nicht geschaffen und der Heilige Geist nicht geschaffen; der Vater nicht zu begreifen, der Sohn nicht zu begreifen und der Heilige Geist nicht zu begreifen. Denn da ist die eine Person des Vaters, eine andere Person des Sohnes und eine andere Person des Heiligen Geistes; und so wie der Vater ist, so ist der Sohn, so der Heilige Geist; und doch sind es nicht drei Götter, noch drei Herren, noch drei, die nicht zu begreifen, noch drei, die nicht geschaffen sind, sondern ein Gott, ein Herr, ein nicht Geschaffener und ein nicht zu Begreifender.

Lasst uns also in Dankbarkeit den Inhalt des heutigen Festes und das Glaubensbekenntnis des heiligen Athanasius als ein Werkzeug des Friedens nutzen, bis es uns, sofern wir dazu gelangen, gewährt ist, das Angesicht Gottes im Himmel zu schauen. Was die selige Anschauung uns dann zuteil werden lässt, das vermittelt uns jetzt die Betrachtung der geoffenbarten Geheimnisse gleichsam bildhaft. Die Lehre von der heiligen Dreifaltigkeit ist zum Gegenstand besonderen Streits unter den erklärten Anhängern Christi geworden. Sie hat ein Schwert auf die Erde gebracht, sollte aber eigentlich den Frieden bringen. Und sie bringt wirklich den Frieden jenen, die diese Lehre demütig im Glauben annehmen. Bitten wir Gott, sie uns zum rechten Gebrauch zu segnen, damit sie kein Anlass zum Streit sei, sondern zur Anbetung; nicht zur Trennung, sondern zur Einheit; nicht zur Eifersucht, sondern zur Liebe. Lasst uns dem in Andacht nahen, von dem sie spricht, mit dem Bekenntnis unserer Lippen und unserer Herzen. Lasst uns der Zeit entgegensehen, da diese Welt und all ihre Verblendung vergangen sein werden; und da wir und jeder von einer Frau Geborene entweder im Himmel oder in der Hölle sein werden müssen. Lasst uns danach verlangen, uns im Schatten seiner Flügel zu bergen. Lasst uns ihn um ein verständiges Herz bitten und jene Liebe zu ihm, die das natürliche Empfinden der neuen Schöpfung und der Atem des geistigen Lebens ist. Lasst uns ihn um den Geist des Gehorsams und der treuen Pflichterfüllung bitten; um einen aufrichtigen Geist, der ernstlich entschlossen ist, seinen Willen zu tun, ohne Hintergedanken, ohne eigensüchtige Pläne, ohne Bevorzugung der Schöpfung vor dem Schöpfer, sondern offen, klar, gewissenhaft und treu. So wird er sich mit der Zeit herablassen, Wohnung in uns zu nehmen; der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht fassen kann, wird in uns wohnen und in uns sein, und Christus „wird uns lieben und sich uns offenbaren" (Joh 14, 21), und „der Vater wird uns lieben; und sie werden zu uns kommen und Wohnung bei uns nehmen" (Joh 14, 23). Wenn dann schließlich die unausweichliche Stunde kommt, werden wir imstande sein, unsere Seele voller Sanftmut zu übergeben, unsere sündige, doch gleichwohl erlöste Seele, in großer Schwäche und unter viel Zittern, mit vielen Selbstvorwürfen und tiefem Schuldgeständnis, doch in festem Glauben, in froher Hoffnung und in stiller Liebe an Gott den Vater, Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist; an die seligen Drei, den heiligen Einen; an die drei Personen, an den einen Gott; unseren Schöpfer, unseren Erlöser, unseren Heiligmacher, unseren Richter.

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