Als besondere Ziele und Aufgaben für die Newman-Gesellschaft seien fünf Bereiche genannt:


  • Zusammenkünfte und Zusammenarbeit in Form von Tagungen, Symposien, Diskussionszirkeln, um in Gruppen und als Gemeinschaft wichtige Anliegen aus den verschiedenen Bereichen von Newmans Werk (von der psychologischen und bildungstheoretischen bis hin zur anthropologischen und theologischen Dimension) zu erschließen und für die Aufgabenstellung der Kirche unserer Zeit fruchtbar zu machen.

  • Kennenlernen jener Ernstform von Religiosität, bei der Frömmigkeit und Sittlichkeit miteinander verbunden werden und der Christ aufgrund seiner religiösen Praxis zur Zivilcourage aus Glaubensgehorsam kommt.

  • Internationale Zusammenarbeit mit den verschiedenen Newman-Gesellschaften anderer Länder nicht nur durch Austausch von Schriften, sondern auch durch Besuche von Newman-Kongressen und insbesondere durch Exkursionen zu den Newman-Stätten in Großbritannien. (Internationale Newman-Gesellschaften gibt es in England, USA, Frankreich und andere; Centers of Newman-Friends in Bregenz, Rom, Jerusalem, Littlemore).

  • Wissenschaftliche Arbeiten sollen einen angemessenen Stellenwert im Rahmen der Tätigkeiten der Newman-Gesellschaften haben. Dabei ist nicht nur an die Förderung von Nachwuchsforschern gedacht, an die Veranstaltung von Newman-Kongressen und -Symposien, sondern auch an die Übersetzungsarbeit wesentlicher Werke Newmans, die bisher noch nicht in Deutsch zugänglich sind.

  • Leben als eine Reise mit anderen zu erfahren, bei der die Teilnehmer lernen, dass "das Herz zum Herzen spricht" und wir unterwegs sind "aus Schatten und Bildern zur Wahrheit" (das heißt zur wahren Wirklichkeit), bringt das unverwechselbare Flair von Leuten, die sich im Geiste Newmans zusammenfinden: "The sympathy of mind with mind." Der Ausbreitung dieses Geistes will die Internationale Deutsche Newman-Gesellschaft dienen.

Unterschrift Signatur John Henry Newman

Was bisher geschah ...

Zahlreiche Übersetzer und Theologen haben das Werk John Henry Newmans verschiedenen Generationen zugänglich gemacht. Sie haben die lebendige Gottesbeziehung, die theologische Aufgeschlossenheit, die kirchliche Treue Newmans und die Widerständigkeit gegen modische Verzerrungen der Offenbarungsbotschaft erschlossen.
Die Gründung dieser Gesellschaft der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau erinnert an Franz Xaver Kraus, Professor für Kirchengeschichte an dieser Fakultät, der als einer der wenigen Deutschen Newman persönlich besucht hat (1877) und von seiner Faszination in seinem Tagebuch Zeugnis ablegt: "Newmans Persönlichkeit machte einen sehr nachhaltigen Eindruck auf mich. Wie ist da alles fertig, alles aufgegangen in Denken und Erfüllung der Pflicht! Diese ehrwürdigen Züge, wie aus Bronze gegossen, so unendlich ernst und doch so mild, dies herrliche Auge schnitt mir in die Seele und frug mich: Warum gibst du, mein Sohn, dein Herz nicht ganz deinem Gott?"

In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts waren es Matthias Laros, Theodor Haecker, Erich Przywara, Otto Karrer und nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem Werner Becker, Heinrich Fries, Nicolas Theis, Johannes Artz und andere, die wesentliche Gedanken und Impulse aus dem vielfältigen Werk und Leben Newmans dem deutschen Publikum vermittelt haben.


Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) war ein kirchliches Ereignis, bei dem die theologische Grundauffassung Newmans in besonderer Weise zum Tragen gekommen ist. Die Deutsche Newman-Gesellschaft sieht deshalb gerade in einer Phase des kirchlichen Lebens, da die großen Anliegen dieses Konzils in den Widerstreit der Meinungen geraten sind, in der Orientierung an Newmans Glaubens- und Denkergestalt einen zentralen Beitrag, eine ausgewogene und eigenständige Orientierung im katholischen Glauben zu gewinnen. Denn in Newmans Lebenswerk findet sich die Akzentuierung der Bedeutsamkeit der Laien als Maß des katholischen Geistes, die Betonung der Zusammenarbeit von Laien und Klerus in der Form einer dialogischen Kirche, die religiöse Kultivierung des Gewissens und sein Verhältnis zum Lehramt der Kirche, die Aufgabe theologischer Schulen im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Lehramts der Kirche, die Diskussion zwischen Theologie und anderen Wissenschaften, die Hinführung zu ökumenischen Möglichkeiten und Grenzen, die Bedeutung von Bildung und Kultur, der Kampf gegen subjektive und rationalistische Verkürzungen der Offenbarung und andere mehr.

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